Holland klemmt 2010 sein Festnetz ab

Holland klemmt 2010 sein Festnetz ab Donnerstag 08.02.2007 07:43

(nr) Duisburg/Amsterdam. Der Trend zur Internettelefonie ist in Privathaushalten wie in Firmen gleichermaßen ungebrochen. In den Niederlanden geht man aber bereits konsequentere Wege und ist dem restlichen Europa einen Schritt voraus. Das Abschalten des Festnetzes ist bei unserem Nachbarn längst keine Utopie mehr.

 

 

Bis 2010 kommen die Niederländer noch in den Genuss des traditionellen Festnetzes. Dann allerdings plant der Telekommunikationskonzern KPN, diese Tradition „aussterben“ zu lassen, das Festnetz abzuschalten und künftig nur noch auf die Internettelefonie zu setzen.

 

Telefonieren nur noch über IP 

 

Eelco Blok, Chef der Festnetzsparte von KPN, bestätigte dieses Vorhaben gegenüber der „WirtschaftsWoche“. „Die Telefonate sollen dann ausschließlich über das Internet-Protokoll laufen“, so Blok.

 

Größtmögliche Bandbreite 

 

„Künftig können wir im Wettbewerb nur bestehen, wenn wir mit größtmöglicher Bandbreite von der Internettelefonie bis zum Fernsehen das gesamte Produktspektrum unseren Privat- und Geschäftskunden anbieten“, begründete Blok den Wandel.

 

KPN geht mit dem Trend 

 

Denn der Trend geht deutlich dahin, jede Art von Daten - auch Sprache und Fernsehprogramme - im IP-Verfahren zu liefern. Dadurch ändert sich die Telekom-Infrastruktur grundlegend. Die negative Konsequenz: Zahlreiche Arbeitsplätze werden nicht mehr gebraucht. In den Niederlanden herrscht angesichts dieses Aufbruchs hektische Betriebsamkeit. Überall iwerden Glasfaserleitungen verlegt. Zunächst werden Bandbreiten von 30 bis 50 MBit/s angestrebt. KPN stelle für den Ausbau zusätzliche Mittel von bis zu 1,2 Milliarden Euro bereit.

 

Deutsche Telekom setzt auf VDSL 

 

Und in deutschen Landen? Da baut die Deutsche Telekom derzeit in zehn Ballungsräumen ein VDSL-Netz mit einer Geschwindigkeit von bis zu 50 MBit/s auf. Die Telekommunikationsunternehmen kämpfen mit einem schnellen Schrumpfen des traditionellen Telefon-Geschäfts. Sie versuchen, die Rückgänge durch einen Ausbau der Datendienste abzufangen.


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